Di. 22. Mai 2018
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Verfahrensschema eines modernen Klärwerkes

Auf dem Bild wird das Verfahrensschema eines modernen Klärwerkes dargestellt. Für ausführliche Informationen zu den einzelnen Verfahrensschritten und Bauwerken bitte den Bereich wählen.
Da es durch die vielzahl der Pumpen, Antriebe, Regelorgane und Onlinemessungen nicht mehr geht solch eine Anlage manuell im Handbetrieb zu bedienen, sind Anlagenteile durch eine Prozessleittechnik verbunden.
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Faulbehälter


Die bei der Abwasserreinigung anfallenden Schlämme werden der Faulung zugeführt. Bevor dies geschieht, versucht man durch mechanische- oder physikalische Eindickungen den Überschusschlamm so wie des Primärschlammes, den Wassergehalt zu reduzieren. Dieser kann dabei in beiden Fällen um ca. 2-6 % gesenkt werden. Das heißt von vorher 98% auf 92% Wasseranteil.

Gegensätzlich zu den biologischen Vorgängen bei der Abwasserbehandlung, die nach dem Vorbild der natürlichen Selbstreinigung im Gewässer überwiegend aerob verlaufen, erfolgt der Abbau organischer Stoffe auf großen Klärwerken überwiegend anaerob im Faulbehälter.

Faulbehälter mit Aufgang
Hierbei wird überwiegend die mesopihle Faulung bei einer Temperatur von ca. 36oC und einer Aufenthaltszeit von ca. 20 Tagen im Faulbehälter betrieben. In der Natur findet man diese Vorgänge bei der Umsetzung organischer Stoffe im Bodenschlamm von Gewässern, besonders in Nährstoffen belasteten Teichen, verlandenden Seen und Mooren. Bakterien die ohne Sauerstoff leben, setzen die organische Substanz um.

Anaerobe Bakterien sind auf bestimmte Stoffe spezialisiert. Der Abbau erfolgt in mehreren, aufeinander folgenden Abbauphasen. Die Produkte bei diesem Abbau sind dann Kohlendioxid (C02), Wasser und das energiereiche Methangas (CH4).


Dies bedeutet, dass bei der Schlammfaulung die im Primärschlamm enthaltenen 70% bis 80% organischer Stoffe bei der anaeroben Umsetzung bis auf ca. 45% im ausgefaulten Schlamm vermindert werden. Die verbleibende organische Substanz ist schwer abbaubar. Die Abbauvorgänge verlaufen dann sehr viel langsamer. Ein Schlamm mit einem Glühverlust von etwa 50% - 45% gilt als ausgefault und stabil.


Das entstehende Faulgas setzt sich folgendermaßen zusammen:


  - Methan 60 bis 70%
  - Kohlendioxid 26 bis 36%
  - geringe Mengen Stickstoff , Wasserstoff , Sauerstoff und Schwefelwasserstoff .

 


Die Faulgasproduktion ist ein sehr einfaches Mittel zur Kontrolle des Faulprozesses. Eine Zunahme des Anteiles an CO und gleichzeitige Abnahme des Methangehaltes deuten auf eine Störung hin. Ein anderer Weg, ist den Schlamm aerob zu stabilisieren. Das heißt im Belebungsbecken wird ein sehr hohes Schlammalter gefahren, ca. 40 Tage, im Vergleich zur anaeroben Faulung mit einem Schlammalter von 10 - 12 Tagen im Belebungsbecken. Der Schlamm wird durch die hohe Aufenthaltszeit stabilisiert.

 

Ziel beider Verfahren ist, dass der Schlamm nicht mehr in saure und stinkende Gärung übergehen kann, was zu Geruchsbelästigungen und Schwierigkeiten in der nachfolgenden Behandlung und Beseitigung führen würde.

 

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Seite zuletzt geändert am: 24.05.2017, 12:59 von Administrator Admin login