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Tourebericht Juni 2013:


Am Mittwoch 12.06. ging es los zu Toure 2 2013 nach Frankreich, die Fahrt ging diesmal direkt nach Thionville wo wir wieder Hotelzimmer reserviert hatten. In Frankreich angekommen wollten wir noch mal eine Idee von mir an einem der Eingänge der GO´s abchecken, welches ich schon vor gut zwei Wochen besucht hatten! MunitionseingangNachdem wir “wieder mal“ im Dunklen nach den Anweisungen des NAVI´s über eine Stunde durch die Botanik geirrt waren, kamen wir dann doch irgendwann mitten in der Nacht direkt vor dem Munitionseingang des Ouvrages an. 

Meine Vermutung, dass das Mannschot im Hauptschot lediglich nur festgerostet ist, stellte sich dann doch als Irrtum heraus, da es im Inneren doch verriegelt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Also machten wir uns enttäuscht und auch müde auf den Weg zum Hotel.

Am ersten Tag fuhren wir dann über einen kurzen Schwenk zu einem weiteren Werk, zum ersten Ziel unserer Tour. Das Werk auf unserer Hinfahrt liegt sehr nahe an den Kühlteichen des KKW Cattenom und ist dadurch an manchen Stellen überflutet, schon lange verschlossen und nicht zugänglich. Allerdings wollten wir auch hier einfach einmal vor den Zugängen stehen und ein paar schöne Bilder davon machen! Besonders der Munitionseingang (EM) hebt sich durch seine Bauweise etwas von den anderen Werken ab und bietet ein schönes Fotomotiv.
Mannschaftseingang Mannschaftseingang Munitionseingang

  Munitionseingang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem wir unsere Bilder gemacht hatten ging es weiter zum eigentlichen Ziel dass ich auch schon bei der Tour vor gut zwei Wochen angefahren hatte (im Matsch und Schlamm durch´s Loch gezwängt).

 

 

 

 

 

 

 

Dort angekommen, nahmen wir unsere Ausrüstung, packten alles in Plastiksäcke und uns selbst in Einweganzüge und krabbelten durch das Zugangsloch. Der “Matschfaktor“ war allerdings bedeutend geringer wie bei meinem ersten Besuch, aber nichts destotrotz waren die Anzüge eine gute Entscheidung.

Bunker

 

 

 

Eingangsbereich

Nachdem wir durch zwei weitere Engpässe geschlüpft waren, standen wir im Zugangsbereich des Werkes und leuchteten diesen erst einmal aus und ließen die Eindrücke auf uns wirken. 

 

 

 

 

 

Filteranlage

Als wir uns aus den Einweganzügen geschält hatten, erkundeten wir den oberen Teil des Eingangsbunkers, sowie die Etage darunter mit der Filteranlage des Werkes.

 

 

 

Dann ging es in die Tiefen des eigentlichen Werkes, im Kraftwerksbereich zeigte Kraftwerk sich wie so oft, dass Kabeldiebe wieder einmal irgendwann durch Abbrennen ihre Schandtaten vollbracht hatten! Die Decke und die meisten verbliebenen Einbauten waren rußgeschwärzt und wie auch anderswo war  noch ein gewisser Brandgeruch wahrnehmbar. Anscheinend verfliegt dieser, trotz der sonst sehr guten Luft, nie mehr so richtig nach solchen krassen Brandaktionen!

 

 

 

 

 

 

SchlafräumeNach dem Kraftwerk ging es an die Erkundung des Kasernenbereiches, hier zeigte sich ein ähnliches Bild wie in den anderen Werken die ich schon besucht hatte. Einzige Ausnahme war, dass in den Unterkunftsbereichen überall noch die ehemaligen Bettgestelle der Bunkerbesatzung zu finden waren. 

 

Die Einbauten in der Küche sind auch noch vorhanden, die ja in anderen Werken zum Teil auch schon entfernt wurden. Küche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HauptgalerieAnschließend machten wir uns auf den Weg durch die Hauptgalerie zu den Kampfblöcken. Nach dem Schott in der  Hauptgalerie, welches den Kasernenbereich abtrennt, zeigten sich ähnliche Symptome  wie in einem weiteren Werk in der Nähe. Durch eine geologische Besonderheit (Gipsschicht) drückt es dort den Boden der Hauptgalerie in die Höhe, was aber in diesem Werk noch nicht sonderlich schlimm ist. Der Weg zum ersten Abzweig zu einem der Blöcke kommt einem teilweise endlos vor, wenn man in der Dunkelheit durch die Hauptgalerie läuft wird einem immer wieder die unfassbaren Dimensionen dieser Werke bewusst …..
Das faszinierende ist die Anzahl dieser Anlagen die in doch so kurzer Zeit realisiert wurden und wenn man die damals zur Verfügung stehen Hilfsmittel überdenkt, eine irgendwie unglaubliche Leistung!
Angekommen im Munitionslagerbereich unter dem ersten Kampfblock erkundeten wir Raum für Raum, für mich haben diese Bereiche immer eine ganz besondere Atmosphäre, wenn man überlegt was hier hinter den Gittern aufbewahrt wurde. Da mir bei der letzten Tour 2012 schon gewisse Motive und Lichtspielereien durch den Kopf gingen, wurden diese sogleich in die Tat umgesetzt.

Anschließend stiegen wir die endlos erscheinenden Treppen zum Kampfblock hinauf, nach der zweihundertsten Stufe denkt man sich dann immer … wenn doch die Aufzüge noch funktionieren würden ….  Leicht außer Atem begannen wir den Kampfblock zu inspizieren. Es drang nur wenig Tageslicht durch eine der beiden leicht geöffneten 7,5 cm PAK Scharten. Auch wenn dieser Block nicht die Größe hatte, wie wir sie schon kennengelernt hatten waren wir durchaus beeindruckt.

 

Spinnenkonkons

Spinnenkonkons

An den Rohren, sowie am Filter und an der Heizung hingen etliche Spinnenkokons, was irgendwie leicht gruselig aussah!


Nach eingehender Erkundung aller Räume, machten wir uns auf den Rückweg zur Hauptgalerie und zum nächsten Block.

 

Nach wiederholtem endlos scheinendem Treppensteigen erreichten wir auch diesen. Der  8,1 cm Geschützturm machte schon im Hebebereich einen imposanten Eindruck, was sich im Funktions- und Richtbereich wiederholte! Wenn uns die Optik nicht täuschte konnte man im Lichtkegel der Lampen ein Teil des Geschützes im Kuppelbereich des Geschützturmes ausmachen!
GeschützturmIch war Feuer und Flamme…. besonders weil die Durchstiegsöffnung entsprechend groß war um auch als etwas “pfundiger“ Mensch in den Kampfraum des Turmes einzusteigen! Schon halb auf dem Weg flatterte plötzlich etwas im Schein der Lampe innerhalb der Geschützkuppel … erst dachte ich… man wie kommt dort oben ein Vogel rein, bis dieses Etwas wieder durch den Lichtkegel flatterte …. und plötzlich flatterte es doppelt! Fledermäuse ……… so groß die Versuchung auch war  hoch in den Turm zu steigen, unterließen wir es dann doch, es reichte schon das wir die Tiere mit unserem Lampengefuchtel unnötig aufgeschreckt hatten! Etwas enttäuscht darüber, diesen entdeckten “Schatz“ nicht in Augenschein nehmen zu können verließen wir den Kampfblock wieder und begaben uns zum nächsten, der ähnlich wie der Erste gebaut ist und zusätzlich einen 7,5 cm Turm besitzt!  Wir hielten uns jetzt schon gute 5 Stunden im Bunker auf und irgendwie war uns langsam wieder nach Tageslicht, also beschlossen wir den Rückweg anzutreten und liefen zurück durch den leicht ansteigenden Hauptstollen. Hauptgalerie

 

 

 

Im Eingangsbereich schlüpften wir wieder in die Einweganzüge, verpackten die Rucksäcke wieder in die Plastiksäcke und kletterten wieder durch die Engstellen ins Freie! Schrägaufzugsschacht
Wir beschlossen zurück zum Hotel zu fahren da wir beide, auch durch die kurze Nacht davor nicht mehr die “Frischesten“ waren….

 

 

 

 

 

 

 

 

BunkerAm zweiten Tag hatten wir geplant noch einmal in das Werk zu gehen, in dem ich meine erste reale Bunkererfahrung im vergangenen Jahr an der ML machte, dort angekommen begaben wir uns auf den Weg zum damaligen Zugang, den wir zu unserer Freude auch immer noch unverändert vorfanden!

Die “Zugangsrutsche“ erst einmal mit Seil gesichert krochen wir in den Bunker. Da ich die Struktur des Werkes ja bereits kannte fanden wir uns sehr gut zurecht und stiegen nach einer neuerlichen Inspektion in den unteren Bunkerkomplex hinab.

Kasernenbereich KraftwerkWir durchstreiften den Kraftwerks- und Kasernenbereich und begaben uns danach auf den Weg zu den Kampfblöcken. Da dieses G.O. vergleichsweise klein gebaut wurde, sind die Wegstrecken zu den Blöcken relativ kurz und durch die geografische hügelige Lage die Zahl der Treppen hoch zu den Kampfblöcken sehr moderat! 

 

Aufgang KampfblöckeNach dem obligatorischen Ablichten ausreichender Hauptgaleriedokumentarischer Fotos gingen wir relativ bald wieder Richtung Ausgangsblock um hier noch ein paar spezielle Fotos zu machen. Leider gestaltete sich diese Aktion nicht ganz so einfach, da der Schacht des Schrägaufzuges, durch die hohe Luftfeuchtigkeit leicht vernebelt war! Aber in der Fülle der Fotos waren dann doch ein paar ganz brauchbare zu finden.

 

 

Leuchtfeuer unten

Leuchtfeuer oben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurückgekommen am Auto, machten wir uns auf den Weg zu einer der größten bekannten U-Verlagerungen. Da ich dort die exakten Zugangsverhältnisse nicht kannte, suchten wir auch erst an verschiedenen falschen Stellen. Der ehemalige Hauptzugang ist schon seit langem zugemauert, ich wusste aber dass  vor nicht allzu langer Zeit der Zugang noch möglich war. Aber alle Suche brachte keinen Erfolg.

Bunker

 

Wir fanden nur noch einen hergerichteten Bunker, auf dem die franz. Flagge wehte, mit Überwachungskamera über der Tür, also haben wir auch nur ein paar Bilder gemacht und uns wieder verkrümelt!

 

Ziemlich frustriert und  verschwitzt begaben wir uns wieder zu unserem Auto. Wir waren noch keine 5 min angekommen, als ein französischer Lieferwagen in die Straßenmündung einbog in der wir standen und anhielt. Der Fahrer sprach uns auf französisch an und nach dem ich mit den Schultern zuckte wechselte er in das dort typische “Elsässerditsch“ und fragte was wir hier wollten. Ich dachte nicht lange um den heißen Brei reden, Karten auf den Tisch legen und sagte das wir den Zugang zu der U-Verlagerung suchen würden, denn im Overall mit Rucksack und Helm mit Lampe, wäre auch alles andere unsinnig gewesen! Wir bekamen auch die Antwort dass der Zugang direkt an der großen Halle, wo wir bereits waren sein sollte. Während wir noch mit dem Einheimischen sprachen bog ein zweites Fahrzeug zu uns herein und hielt ebenfalls!


Der Fahrer stieg aus und frage uns gleich in Elsässerditsch, was wir denn hier zu suchen hätten …. Auch hier sagte ich prompt dass wir die U-verlagerung erkunden wollten und einfach nur Fotos von dieser machen wollen. Die spontane Reaktion war dann etwas ungehalten, “wir könnten uns gleich verziehen, er wolle hier niemanden mehr sehen! Dieser Massenandrang nehme überhand und alle lassen nur ihren Müll zurück und sind auch noch überwiegend arrogant und unfreundlich!“


Ich habe dann einfach ganz normal weiter erklärt das mir genau DIESE Sorte Menschen auch auf das höchste zuwider ist und ich immer einen “Föhn“ bekomme wenn ich sehe wie es an diesen geschichtsträchtigen Orten aussähe! Die anfängliche Ablehnung entwickelte sich im Laufe des Gespräches in eine sehr interessante und angenehme Unterhaltung. Wir schilderten unsere Erfahrungen und Eindrücke der vergangenen Tage und zeigten auch einige der Fotos die wir gemacht hatten. Dann erfuhren wir das vor ein paar Wochen bei dem letzten offenen Zugang an der Halle, durch den Langzeitregen der Hang abgerutscht war und den Zugang unter sich begraben hat ….. also keine Chance mehr in die U-Verlagerung zu gelangen!


Der Fahrer des Lieferwagens verabschiedete sich nach einer Weile und ich führte das Gespräch mit dem verblieben noch fast ein ganze Stunde weiter, in der er vieles über die Vergangenheit und die Geschehnisse im Ort und in der U-Verlagerung erzählte! Fazit des Gespräches war dann seine erfreuliche Aussage, “es wäre schön, dass es noch normal eingestellte und nette Menschen geben würde!“
Wir verabschiedeten uns dann freundlich und wünschten uns eine gute Zeit, nach dem ich meine Webadresse hinterlassen habe, hege ich die Hoffnung das vielleicht ein Kontakt aufleben könnte…. aber mal sehen.


Bei dem Gespräch erfuhren wir auch, dass das in der Nachbarschaft befindliche P.O. frisch verschlossen wurde, welches eigentlich auch noch auf unserem Tourenplan gestanden hätte.  Leider hatte ich für diesen Bereich aber keine großartigen Alternativziele in der “Tasche“, also beschlossen wir kurzerhand auf direktem Weg in´s Hotel zu fahren und nach einer Runde Duschen gepflegt etwas Essen zu gehen!
Beim Essen überlegten wir, was wir nun am Tag 3 der Toure machen sollten, zurück in den Bereich Thionville erschien uns einfach zu weit, zudem wir eben geplant hatten den Museumsbunker Schoenenbourg zu besuchen und da Schoenenbourg nur knapp 1 Stunde entfernt von Karlsruhe liegt idealweise eben fast auf unserer Rückreisestrecke, also ein optimales Endziel für die Tour!
Die Idee einen Museumsbunker zu besuchen reifte ja schon am ersten Tag in unserem Plan und mich hätte auch Fermont sehr interessiert … nur leider öffnet das G.O. nicht vor 15 Uhr und wir wollten den Museumsbunker als Abschluss nehmen. 
Wir fassten den Beschluss den letzten Tag erst mal ganz ruhig anzugehen um uns dann ganz “gemütlich“ auf den Weg ins Bunkermuseum zu begeben, das um 14 Uhr für Besucher öffnet. Etwas früher an Ort und Stelle zu sein wäre auch eine gute Gelegenheit dachten wir, um ein paar feine Außenaufnahmen der Blöcke dort zu machen, da diese ja auf freiem Feld liegen!
In Schoenenbourg angekommen, setzten wir dieses Vorhaben auch in die Tat um und marschierten zu den Blöcken.

Blöcke Schoenenbourg Blöcke Schoenenbourg Blöcke Schoenenbourg Blöcke Schoenenbourg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach gelungen Fotos machten wir uns auf den Rückweg und begaben uns auf unterirdische Museumstour!

 

Schoenenbourg Schoenenbourg Schoenenbourg Schoenenbourg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schoenenbourg Schoenenbourg SchoenenbourgDas Werk Schoenenbourg war ein ganz netter Kontrast zu den Werken die wir eben sonst erkunden, obwohl alles schon ein wenig zu sauber und aufgeräumt wirkt. Auch das elektrische Licht war irgendwie ungewohnt und irritierend! Wenn man wie sonst, im Schein der Taschenlampen, deren Lichtstrahl sich durch die absolute Finsternis frisst, Stück für Stück durch die Galerien und Räume wandert, fehlte hier irgendwie die Mystik und das Geheimnisvolle!
Aber im Großen und Ganzen sieht man eine Menge dessen, was eben in den Lost-Anlagen fehlt oder zerstört wurde. Nach knapp 2 Stunden erreichten wir wieder den Ausgang wo uns nach der Kühle des Bunkers die Tageshitze empfing. Es war wieder mal eine gelungene Tour, wenn auch nicht alles nach Plan verlaufen ist. Auf der Heimfahrt wusste ich für mich, dass es sicherlich nicht meine letzte Bunkertour an der Maginotline war. Ich hatte ja in der kürzlich zurückliegenden Vergangenheit, meinen Faible für alles verlassene wieder neu aufleben lassen und auch einige Objekte besucht, aber nicht´s ist mit der  Atmosphäre und den Eindrücken dieser Werke vergleichbar!


In diesem Sinne … until the next Toure!

 

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© 2018 K. Michler [ Seite zuletzt geändert am: 15.09.2016, 11:00 von Administrator ]     [ Admin login ]