Di. 22. Mai 2018
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Ich frage mich schon geraume Zeit, wie lange die Masse der deutschen Bevölkerung noch bereit ist, die täglich erzählten Märchen und Meldungen aus Politik und Wirtschaft anzuhören und hinzunehmen. Wann merken alle, dass in Deutschland die Fahnen politisch wie wirtschaftlich schon lange auf Halbmast wehen.
Tagtäglich werden wir mit haarsträubenden Dingen konfrontiert. Es vergeht fast keine Woche, ohne ein neues Milliardenloch, das sich "ups" so von gestern auf heute auftut und eine wichtige neue Reform und die Reform zur Reform. Letzteres mit dem Versprechen, dass damit alles viel besser wird, um aber im nächsten Atemzug die nächste Reform anzukündigen.


Ich persönlich kann keinen Politiker, egal welcher Parteizugehörigkeit, mehr ernst nehmen. Wir haben in Deutschland die Wahl zwischen erhängen, ertränken oder erwürgen. Sicherlich wird der Eine oder Andere jetzt sagen, wo anders ist es auch nicht besser und im Großen und Ganzen haben die wahrscheinlich auch Recht damit, aber auf der anderen Seite ist in vielen Ländern der ach so wichtigen EU das Kasperltheater nicht ganz so groß. 


Abgesehen von den normalen Normen, wird in keinem Land auf dem restlichen Globus der Vorschriftenwahnsinn so ultimativ betrieben wie in "Good old Germany". Wir haben heute eine Flut an Auflagen, Richtlinien, Vorschriften, Gesetzen und und und ...... . Sicher es geht nicht ohne, aber wenn durch diesen Wahnsinn immer mehr Firmen ins Ausland abwandern, weil dort die Auflagen und ähnliches nicht mal halb so groß sind, braucht uns das nicht zu wundern.

 

Wir Deutschen sind so perfekt, dass wir auf alles Normale noch mal eins oben drauf geben. Auf der einen Seite heißt es immer die Lohnnebenkosten sind in Deutschland so hoch und seien der Grund, dass immer mehr Firmen ihre Produktion ins Ausland verlegen, aber dies ist nur ein Teil der Wahrheit. Alleine das Problem Arbeitssicherheit ist heutzutage so ausgeufert, dass man eigentlich bei Einhalten aller sinnvollen und unsinnigen Vorschriften fast nicht mehr zum Arbeiten kommt und bezahlbar ist dies auch irgendwann nicht mehr.
Ich frage mich nur, wie das früher ging, oder in anderen Ländern geht. Eigentlich müsste da jeder zweite am Arbeitsplatz verunglücken oder sterben. Alleine die ganzen TÜV-Auflagen, VDE usw. In anderen Ländern gibt es keinen TÜV und die fahren, oh staun, auch Auto. Wie das geht, ist mir ein Rätsel. Ich will nicht alles in Frage stellen, aber meiner Meinung nach, sind eine Masse an Auflagen nur ein Klotz am deutschen Bein.



Das Gütesiegel "Made in Germany" ist schon lange ein Märchen, an das nur noch ganz wenige glauben. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass Produkte, die ich in den letzten Jahren gekauft habe, qualitativ minderwertiger waren, dafür aber teurer, als die vor vielen Jahren gekauften. Diese verrichten zum großen Teil heute noch ohne Probleme ihren Dienst, wobei manche neuen schon während der Garantie ihren Geist aushauchen oder kurz danach.
Auch wenn ich heute die Qualität bestimmter deutscher Automobilmarken betrachte, lässt so manches zu wünschen übrig. Das Thema Sicherheit ist heute natürlich wesentlich höher und die Zeiten wo der rechte Außenspiegel Sonderausstattung war, sind lange vorbei, aber dafür sind Teile, die früher ein ganzes Autoleben gehalten haben, heute schon oft nach wenigen Jahren oder Kilometern fertig.
Auf den Luxus in unseren Autos möchte natürlich keiner mehr verzichten, aber wenn es so weiter geht und jede Schraube am Fahrzeug elektronisch überwacht wird, trägt dies bestimmt nicht zur Störunanfälligkeit bei!



Aber spätesten seit unserem Versuch die High-Tech-Maut einzuführen, sind wir auf dem Weltmarkt nicht mehr glaubwürdig. Eine simple Lösung wie in Österreich, oder in anderen Staaten, ist ja unter unserem Niveau.
Komischer Weise kriegen die auch noch so manch andere Dinge gebacken, die wir Deutschen auch nur durch die Hintertür schaffen. Warum können wir nicht wie alle anderen die rings um Deutschland angesiedelt sind, die Geschwindigkeit auf den Autobahnen auf z. B. 130 km/h beschränken. Nein, das geht nicht, heißt es. Dafür werden aber äußerst preiswerte Verkehrsleitsysteme aufgestellt, wo dann zu 70 Prozent die Geschwindigkeit reduziert wird, ohne jeglichen ersichtlichen Grund. Aber es ist auf der anderen Seite schon wichtig z.B. vor Nebel zu warnen, wenn man die Hinweise auf diesem System ganz schemenhaft erkennen kann, wenn man gerade unter der Anlage durchfährt.


Aber das Thema Autofahren ist in Deutschland ein besonderes. Auf den meisten Autobahnen ist es so schon nicht mehr möglich vernünftig zu fahren, weil man entweder im Stau steht, oder von auf der linken Seite mit Vorfahrt serienmäßig eingebauten lichthupenden BMW´s oder anderen Hochgeschwindigkeits-Nobelkarossen bedroht wird. Ich bin sicherlich auch gerne flott unterwegs, aber nur dann, wenn es die Verhältnisse auch zulassen, aber das ist vielen heute ziemlich schnuppe, frei nach dem Motto: "Ich geb Gas, ich will Spaß!".

Was auch noch zu diesem Themenkreis gehört, ist die Verarsche an der Tankstelle, das Gejammere, dass alles sooo teuer ist, aber auf der anderen Seite jedes Wochenende auf der Autobahn nichts mehr geht. Ich möchte mal wissen, wonach sich die Spritpreise an unseren Tankstellen richten. Es kommt mir oft vor, als wäre der Hoch- oder Tiefdruck der momentanen Wetterlage für die Preise ausschlaggebend. Leider bin ich arbeitswegtechnisch auf mein Auto angewiesen, denn öffentliche Verkehrsmittel fahren dorthin leider nicht. Mein Weg führt jeden Tag an einer Tankstelle vorbei, wenn ich morgens oder abends sehe der Sprit kostet z.B. 1,09 Euro und ein paar Stunden später 1,12 oder gar 1,13 Euro, dann denke ich oft, hast du irgendwas verpasst, ist irgendwo in einem OPEC Land ein Krieg ausgebrochen oder sonst eine Katastrophe passiert??
 

Nein, eigentlich nicht! Was ist dann die Ursache? Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo Preiserhöhungen von 3 Pfennigen zu Protestschreien der autofahrenden Bevölkerung geführt haben. Genau gerechnet sind das heute bei 4 Cent 7,8 frühere Pfennige und keiner schreit ?!? Wie lange lassen wir Autofahrer uns noch von den Mineralölgesellschaften ausnehmen? Die Ausreden mit dem Unsicherheitsfaktor Irak sind soweit ich es mitbekommen habe nicht mehr ganz ausschlaggebend! Die Erhöhungen durch die Ökosteuer waren eine große Diskussion, aber jetzt, wo sind denn alle?? Das Schlimme ist, dass dies eigentlich wöchentlich der Fall ist, ständig Schwankungen von 2 - 4 Cent! Dagegen z.B. in Österreich ist der Preis über Monate hinweg stabil ?!?!?
Aber vielleicht soll Mann oder Frau das ja auch gar nicht verstehen, denn ich werde das Gefühl nicht los, es stört ja eh keinen!

Wahrscheinlich ist an allem nur der Euro Schuld und wir verstehen das alles nicht, weil uns der Bezug zum wirtschaftlichen Nutzen und allen damit zusammenhängenden Faktoren fehlt. Fragt sich nur, wem der wirklich fehlt. Vertrauen in Entscheidungsträger zu haben, die sich manchmal nicht mehr erinnern können, von Wem sie welchen Geldkoffer bekommen haben (Geldkoffer mit einer Millionen Mark ? Daran kann ich mich nicht mehr erinnern) fällt außerordentlich schwer. Wenn mir jemand 500 Euro zustecken sollte, kann ich mich sehr lange daran erinnern!
In diesem Jahr haben wir ja dann noch so Highlights wie die Praxisgebühr, die sich zum großen Teil durch die entstehende Verwaltung selbst auffrisst. Aber na ja, es ist ja im Sinne der Allgemeinheit?!
Grundsätzlich wäre ja das Alles kein Problem, wenn man das Gefühl hätte, irgendwann reicht es wieder und die Neuverschuldung ist rückläufig, aber in der Realität sieht das ganz anders aus. Aber vielleicht setzt man die Erwartungen einfach zu hoch an. Können wir wirklich sach- und fachgerechtes Handeln von unseren Entscheidungsträgern erwarten? Die Lage ist angespannt, aber nicht hoffnungslos. Irgendeine Kommission findet sich schon, die für bare Euros intelligente Lösungen bietet und bei schwerwiegenden Fehlern wird halt einfach zurückgetreten, ist ja auch kein Problem, die Bezüge fliesen ja weiter, nur unter einem anderen Titel. Oder die Betroffenen werden rausgeschmissen, mit anschließender Zahlung von Übergangsgeldern und sonstigem. Eigentlich super, da würde ich mich auch nicht weiter bemühen, wozu auch?!

Leider klingt das für Normalsterbliche wie ein Märchen, wenn ein Arbeiter wegen Unfähigkeit aus der Firma geschmissen wird, weil er keinen schlauen vom Arbeitgeber bezahlten Berater zur Seite hatte, besteht ja immerhin der Anspruch auf Arbeitslosengeld, für das mit teuer bezahlten Kampagnen geworben wird?! Irgendwann gibt's dann noch Arbeitslosenhilfe auch kein Problem, oder doch?

Zurückzuführen ist die schlechte Leistung der Deutschen wahrscheinlich unter anderem auf unser Bildungsdefizit, was durch die Pisa Studie belegt wurde. Das an diesem Ergebnis die total überfüllten Klassen, ständig wechselnde völlig überlastete Lehrkräfte, pädagogisch-lerntechnisch wichtige Umstrukturierungen der Lehrpläne, die Reformierung der deutschen Rechtschreibung, sowie eine Vielzahl von anderen bekannten Problemen schuld sein könnten, auf die Idee kommen die zuständigen Damen und Herren nicht, zum Teil deshalb, weil ihre Sprösslinge auf Privatschulen gehen, wo diese Probleme nicht existieren.
Ich stelle die Kompetenz der Verantwortlichen sehr in Frage. Ich meine, um wirklich mitreden zu können, sind diese viel zu weit weg von der Realität. Aber auf die Proteste von Lehrern und anderen Betroffenen wird nur mit weiteren Sparmaßnahmen reagiert.
Irgendwie kann ich nur eines sagen:

Nur weiter so, mit Vollgas und wehenden Fahnen      
in Richtung der nicht mehr all zu entfernten Mauer am Horizont. 

 


Es lebe der deutsche Fortschritt!

© 2010-2018 K. Michler
Seite zuletzt geändert am: 24.05.2017, 12:46 von Administrator Admin login